Weingut Mohr

Weingut Mohr in Lorch am Rhein


Tagebuch

11.12.2008

November 2008 - Der Winter kommt bald

Mit dem Ende des Oktobers schließt auch unsere Straußwirtschaft Weingeist in diesem Jahr ihre Küche. Aber im nächsten Jahr sind wir ab Ende April wieder mit neuen Ideen und feinen Weinen am Start.

Am ersten Novemberwochenende bin ich bei meinem Fachhändler in Villingen-Schwenningen zur Weinpräsentation. Ca. 20 Kollegen aus dem In- und Ausland zeigen ihre aktuellen Weine.

Da der Schwarzwald geographisch bedeutend höher liegt als der Rheingau, sind hier schon winterliche Temperaturen und auf dem Parkplatz grüßt der erste Schnee des kommmenden Winters.

Am 10.11. ist in Lorch St. Martinsumzug und wir sind mit den Kindern natürlich mit dabei.

Nach Ende der Gärung werden die Weine von der Hefe genommen. Bei vielen Weinen aus gesundem Lesegut, wie es in diesem Jahr zumindest in Lorch und dank selektiver Handlese gegeben war, kann ich mir jedoch Zeit lassen. Die Weine profitieren von der Autolyse der Hefe, sie werden gehaltvoller und geschmeidiger, die Säure besser eingebunden. Weine mit natürlicher Restsüße werden noch während der Gärung gekühlt, geschwefelt und von der Hefe getrennt, um einen Rest Zucker im Wein zu belassen. Den richtigen Zeitpunkt hierfür finde ich durch eine sensorische Probe des Weines und eine Untersuchung des Restzuckergehaltes im Weinlabor.

Am 15. November findet in Lorch eine sogenannte Drückjagd statt. Zahlreiche Jäger und ihre Hunde versuchen das Wild aus ihrer Deckung zu scheuchen. Hintergrund ist der sehr hohe Bestand an Wildschweinen in der Lorcher Weinbergsgemarkung. Die Schweine fressen im Herbst die Trauben, durchwühlen die Erde und werfen Haufen auf. Hierdurch wurde bereits im September meine neu eingesähte Magerrasen-Begrünung in jeder 2. Gasse einiger Weinberge komplett zerstört. Auch die nach der Weinlese ausgebrachte Strohabdeckung in einigen Weinbergen wurde arg durcheinandergewühlt.

Am 18. November fängt bei mir das Weihnachtsgeschäft an. Im November ist jede Tour gut gefüllt. Ich bin trotz der heraufbeschworenen Wirtschaftskrise ganz zuversichtlich.

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