Weingut Mohr

Weingut Mohr in Lorch am Rhein


Tagebuch

07.04.2008

März 2008 - Neue Weine und gute Resonanz

Am 3. März hat unser Sohn Moran Geburtstag. Nach der Schule treffen sich alle eingeladenen Kinder bei uns zum Ausflug nach Wiesbaden. Dort werden wir Bowling spielen. Speziell für Kinder gibt es zum Einen leichtere Kugeln, zum Anderen verhindern seitliche Banden ein vorzeitiges Aus der Kugeln auf dem Weg entlang der Bahn.

Dies erhöht die Trefferquote erheblich! Auch ich spiele, allerdings außer Konkurrenz, in einer der beiden von uns gebildeten Gruppen mit. Unser Geburtstagskind Moran erreicht am Ende den 3. Platz in der Gesamtwertung. Allen Kindern (und mir) hat das Spielen sehr viel Spaß gemacht.

Ende der ersten Märzwoche werden wir für 2 Tage die ersten neuen Weine abfüllen. Ein Lohnunternehmer bringt am Tag vor der Füllung die benötigten Maschinen:
Pumpe, Weinfilter, Sterilisator für die Flaschen, Füllmaschine mit Verkorker und Verschrauber.
Wir können so wahlweise Flaschen mit Naturkork, Kunststoffstopfen oder Schraubverschluß abfüllen und verschließen. Mit Hilfe von 8 Personen können wir so ca. 13.000 Flaschen am Tag abfüllen.
Insgesamt füllen wir 9 verschiedene Weine ab.

Mitte März fahre ich zum Weinliefern nach Düsseldorf und habe am Freitag eine Präsentation bei meinem dortigen Fachhändler. Am Abend trifft sich der harte Kern der Winzer in der Düsseldorfer Altstadt zum Altbier und zum Informationsaustausch. Am Sonntag beginnt die Fachmesse ProWein in den Düsseldorfer Messehallen. Wie jedes Jahr ist die Messe sehr gut besucht und das Interesse an Deutschem Wein wächst stetig. Durch den regen Zuspruch habe ich alle Hände voll zu tun.
Zu meiner Freude kommen viele Gäste auf Empfehlung von bereits bestehenden Kontakten zu mir an den Stand. Die neuen Weine finden großen Anklang und auch die Ersten Gewächse aus dem Vorjahr werden sehr gelobt. Auch die Nachfrage aus dem Ausland ist spürbar gestiegen. Ich kann Gäste aus den USA, Italien, Schweden, Polen und Israel begrüßen.
Insgesamt kann ich schon jetzt von einem erfolgreichen Messeauftritt sprechen.
Am Sonntag Abend habe ich bei einem Düsseldorfer Gastronom die Möglichkeit, sehr alte Rotweine aus dem Burgund zu verkosten: 1946er, 1936er und 1918er Spätburgunder sind heute fast unbezahlbare Raritäten und hoch interessant zu probieren. Sie erinnern an gereift Assmannshäuser: die Farbe ist ein helles Ziegelrot, die Frucht erinnert an getrocknete Pflaumen und frische Erdbeeren, der ist Gerbstoff kaum noch wahrnehmbar. Diese Eindrücke setzen sich bei mir im Unterbewußtsein so fest, dass ich einen solchen Wein jeder Zeit wiedererkennen könnte.

Am darauffolgenden Sonntag bringe ich meine Familie an den Frankfurter Flughafen. Sie fliegen für 12 Tage nach Istanbul zu Kaniye, einer Schwester meiner Frau. Einige Tage verbringt meine Familie auch bei ihrem Onkel und dessen Frau Nermin, die uns bei der letzten Weinlese tatkräftig unterstützt hat.

In der letzten Märzwoche habe ich fast jeden Abend eine andere Sitzung. Mittwoch und Donnerstag fahre ich zum Weinliefern nach Essen. Dort treffe ich mich mit einem ehemaligen Kollegen, der bis letztes Jahr für ein Weingut in Lorch tätig war. Aus beruflichen Gründen hat er in das Ruhrgebiet gewechselt. Dort ist er für das Qualitätmanagement beim Weineinkauf von großen, überregionalen Einkaufsketten zuständig. Wir reden bei einem guten Glas Wein über die guten alten Zeiten und die neuen Herausforderungen unserer Zeit.

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