Der Monat Februar beginnt mit der Fastnacht am Rhein. Das Wochenende ist also feucht-fröhlich und besonders die Termine der Kinder halten uns auf Trapp.
Für Anfang Februar ist auch die Jungweinprobe der Terroirweine Hessen angesetzt.
Hierfür werden die Rieslingtrauben aus unserem Weinberg der Lage Bodental-Steinberg (wächst auf Quarzit) unter standartisierten Bedingungen in der Forschungsanstalt Geisenheim zu Wein bereitet. Ziel ist es, auf Grund der Stilistik und Mineralität eine Korrelation zwischen Weingeschmack und dem Boden, auf dem er gewachsen ist, herzustellen.
Mitte Februar kommen 2 Auszubildende eines führenden Hotel aus Assmannshausen zur Betriebsbesichtigung und Weinprobe.
Im Kreis der Jungwinzer, die beim Rheingauer Leichtsinn mitmachen, probieren wir die Weine der einzelnen Kollegen, die in das neue Cuvee eingebracht werden sollen. Jeder muss die Menge Wein einbringen, die er in Flaschen abgefüllt anschließend abnehmen möchte. Das Niveau der Proben ist dieses Jahr außergewöhnlich gut und homogen. Es gibt nur wenige Weine, die die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Gegebenenfalls können bei der Nachprobe eine Woche später noch einmal andere Weine nachgereicht werden oder der Betrieb kann den Wein eines Kollegen kaufen und verperlen lassen.
Am Wochenende haben wir ein kleines Familientreffen. Wir treffen uns in einer Ferienwohnung nördlich von Kassel (auf dem halben Weg) mit meinem Bruder und seiner Familie aus Potsdam. Wir genießen bei kleinen Spaziergängen und Besuchen des nahegelegenen Spielplatzes die Wintersonne in einem erholsamen kleinen Städtchen mit viel Wald und Wasser.
Wieder zuhause stellen wir die Cuvees der einzelnen Weine für die nahende Abfüllung der ersten 2007er Weine zusammen. Zuerst suche ich die Grundweine für unsere 2 Spitzensekte, den Riesling und den Pinot zusammen.
Bereits während der Weinlese habe ich mir bereits einen Rieslingweinberg dafür ausgewählt und die reifen und ganz gesunden Trauben besonders schonend verarbeitet. Das ist das Grundgerüst für den Sekt. Um ihm noch etwas mehr Struktur und Duft zu geben, kommen noch ca. 25% eines Weines aus alten Reben dazu.
Der Pinot besteht in diesem Jahr überwiegend aus weißgekeltertem Spätburgundertrauben (Blanc des noirs), ein Teil des Weines lag 4 Wochen in zum 2. Mal belegten 310 Liter kleinen Holzfässern. Das erforderliche Quentchen Finesse und einen Hauch Fruchtsäure bringen ca. 20% Weißer Burgunder in das Cuvee mit ein.
Die weiteren Weine werden auf Grund ihrer Reife, Güte und Eignung, ihrer natürlichen Restsüße und Ihrer Säurestruktur miteinander verglichen und zu den jeweiligen Cuvees zunächst im Labormaßstab zusammengestellt.
Im Keller werden die Weine dann mit einem feinen Filter nochmals filtriert und über eine Uhr litergenau zusammengemischt. Die meisten Weine setzen sich aus 3 bis 4 Partnern zusammen. (Auch Wein zu machen ist eine Kunst!)
Zum Ende des Monats bringe ich die so vorbereiteten Weine ins Weinlabor. Dort wird unter anderem die Restsüße bestimmt. Denn ein trockener Wein darf maximal 9g/l und ein halbtrockener 18 g/l haben. Mit dieser Kontrolle stelle ich auch sicher, dass meine Cuvees den vorab berechneten Gehalt an Restsüße haben und nicht über dem angestrebten Wert liegen.