Am Montag und am Dienstag bin ich wieder in den Weinbergen. Ein Teil der gehefteten Weinberge wird entblättert wie in der vergangenen Woche. Diesmal sind Weißer Burgunder, Silvaner und Spätburgunder im Kapellenberg sowie Riesling in der Krone (für 1. Gewächs ) an der Reihe.
Am Donnerstag bin ich auf dem Weinbauamt zum ersten Mal als Prüfer für die Landesweinprämierung berufen. Dies ist eine spannende Sache. Die 3 Prüfer bewerten zuerst einzeln eine Serie von 5 Weinen nacheinander und geben ihnen bis zu 5 Punkten. % und 4,5 bedeutet Gold, 4,0 Silber, 3,5 Punkte Bronze, darunter erhält der Wein keine Medaille. Nach der Bepunktung teilt jeder seine Bewertung mit. Driftet das jeweilige Urteil weit auseinander, dann wird solange probiert und diskutiert, bis eine gemeinsam getragene Bewertung gefunden wird.
Am Samstag sind wir im Weinberg beim 1. Gipfeln. Die Triebe der Rebe werden mit der Heckenschere gekappt, damit die Energie nun in die Trauben und nicht mehr in das vegetative Wachstum geht.
Wir gehören meist zu den letzten Weingütern, die damit anfangen. Denn je früher man diese Maßnahme beginnt, um so dicker werden die späteren Beeren an den Trauben. Um so eher neigen sie zum Aufplatzen und zum Abdrücken bei Regen.
Am Abend haben wir zusammen mit 4 weiteren Weingütern die jährlich stattfindende Veranstaltung Lorch Kocht Auf!
Eine Speise- und Weinreise als 6-Gang-Menü durch 5 Betriebe. Im ersten Weingut gibt es Fingerfood, jeder Koch bereitet eine Variante zu Sekt und Secco vor. In jedem weiteren Weingut ist jeweils ein Spitzenkoch der Rhein-Main-Region in der Küche der Straußenwirtschaft/Gutsausschank des Weinguts um die leckeren Speisen auf die Teller zu bringen. In den Betrieben gibt es je einen Menügang, begleitet von zwei Weinen, als Abschuß ein Dessertbüffet mit Sekt, Süßweinen und Trester.
Bei uns kreiert Harald Kutsche vom Hotel/Restaurant zum Turm in Kaub gefülltes Doradenfilet auf Fenchelragout mit Safranschaum zu unserem 2006er Silvaner und einem 2004er Riesling Erstes Gewächs aus dem Lorcher Schloßberg. Sehr lecker!!!
Zwischendurch gibt es zum Ausnüchtern noch einen Besuch im mittelalterlichen Wehr- und Gefängnisturm Strunk und eine Führung durch die Lorcher Kirche St. Martin.
Fünfzig teilnehmende Gäste sind hoch zufrieden und freuen sich schon auf das nächste Mal Lorch Kocht Auf!