Weingut Mohr

Weingut Mohr in Lorch am Rhein


Tagebuch

10.04.2007

2. bis 8. April 2007

Am Montag haben wir Winzerstammtisch bei einem Kollegen. Aktuelle Neuigkeiten und Probleme werden andiskutiert. Wir blicken auf 2 weitere Treffen am Mittwoch und Freitag.

Von Dienstag bis Mittwoch fahre ich zum Weinliefern nach Wuppertal, Bochum und Gelsenkirchen. In Bochum übernachte ich bei einem Kunden, wo wir abends noch ein 4-Gang-Menü, das Ende Mai stattfinden soll, besprechen. Am nächsten Tag besuche ich noch 3 Gastonomiebetriebe und eine große Firma in Essen.

Am Mittwoch Abend treffen sich die Winzer noch einmal wegen der Beschilderung am Rheinsteig und in Lorch mit Hinweistafeln auf die Gastronomie und einige Beherbergungsbetrieben.

Am Donnerstag bin ich im Weinberg. Mit unserem Schmalspurschlepper und einem Grubber wird bei den neu hinzugekommenen Weinbergen jede zweite Gasse bearbeitet. Der Boden wird hierbei gelockert und durchmischt. Die im Winter gewachsenen Kräuter und Gräser werden mit den Wurzeln von der Erde getrennt und verdorren, damit sie keine Wasserkonkurrenz zur Rebe darstellen.
Bei den Weinbergen, die ich schon länger im Bestand habe und die nicht zu steil sind, hatte ich im September Winterroggen eingesät. Dieser ist jetzt 10 bis 15cm hoch gewachsen. Wenn er auf ca. 100cm hochgeschossen ist, wird er gemäht und liegt dann als Bodenabdeckung in der Gasse. Hierdurch wird der Boden vor Erosion und Austrocknung geschützt.

Am Freitag treffen sich die Lorcher Winzer, um kleine Ampullen mit Pheromonen auszubringen. Diese Kunststoffbehälter enthalten den weiblichen Lockstoff des Traubenwicklers. Dieses Tierchen ist ein kleiner, unscheinbarer Schmetterling, der im Frühjahr und im Sommer auftritt. Die Weibchen legen ihre Eier in die Riespen (Blütenstände) der Reben und später in die Trauben ab. Die schlüpfenden Räupchen fressen dort und dadurch entstehen Eintrittspforten für Pilze. Diese können dann zu empfindlichen Verlusten durch Fäulnis führen.
Die Pheromone treten langsam aus den Ampullen aus und bilden eine Art Hormonwolke über den Reben. Hierdurch finden die Männchen die weiblichen Falter nicht. Es kommt zu keiner Befruchtung und somit zu keiner Eiablage. Diese Methode ist sehr gut wirksem, selektiv und schützt die anderen Schmetterlinge und Nützlinge.

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