Weingut Mohr

Weingut Mohr in Lorch am Rhein


Tagebuch

18.12.2006

11. bis 17. Dezember 2006

Am Montag um 16 Uhr habe ich eine Sitzung. Ich bin im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Lorch, Flur 83 bis 86. Die Weinberge und Wege direkt hinter der Stadt Lorch zählen zu diesem Gebiet. Eine erste Flurbereinigung fand hier in den 30er Jahren statt. Damals wurden erste Wege gebaut, die Entwässerung der Wege gesichert, alte Mauern erneuert oder entfernt.

. Durch eine Flurbereinigung besteht auch die Möglichkeit Rebflächen zu arrondieren und deren Bewirtschaftung zu rationalisieren.
In den 20er Jahren gab es nur einen Weg. Die Reben waren als Einzelpfahlerziehung auf Kleinterrassen gepflanzt. Jede Bewirtschaftung war Handarbeit. Der Boden wurde mit dem Karst (Hacke mit 2 Zinken) gegraben. Für 1 Hektar zu bewirtschaften benötigte man 2200 Stunden. Die Trauben müssten oft viele hundert Meter weit und über viele Höhenmeter auf dem Rücken über Pfade und Treppen nach unten zum Weg getragen werden.
Nach den 30er/40er Jahren konnte man die Reben in Reihen in der Falllinie pflanzen und eine Bodenbearbeitung mit dem Sitzpflug (Pflug zum Aufsitzen mit 3 Rädern) und einer Seilwinde war möglich. Die Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar sanken auf ca. 1000 Stunden.
Heute versucht man neben den reinen Steilhangweinbergen, die nur mit dem Sitzpflug bewirtschaftet werden können, wo immer möglich, selbstfahrende Schlepper oder Rauben einzusetzen.
Diese Spezialmaschinen haben eine Steigfähigkeit bis 55% Hangneigung und die Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr sinken auf 500 Stunden. Die Gassenbreite muss jedoch fast 2 Meter betragen und an den Enden des Weinbergs muss man mit den Maschinen wenden können (auf einem Weg oder auf einem Vorgewende unterhalb oder oberhalb einer Mauer).

Am Dienstag steht die Auslieferungsfahrt nach Frankfurt, Offenbach und Hanau an. Am Donnerstag und Freitag nach Lünen und Münster.

Am Samstag haben wir eine sehr nette Gruppe junger Leute aus dem Raum Düren/Aachen, die seit 1993 regelmäßig jedes Jahr zu uns kommen. Neben kleinen Häppchen gibt es jede Menge Wein zum Probieren und danach wird kräftig eingekauft.

Der Sonntag gehört fast ausschließlich der Familie.

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