Die ersten Rieslingweine sind seit einer Woche durchgegoren. Das heißt, die Hefe hat ihre Arbeit getan und den im süßen Traubensaft vorhandenen Zucker in Alkohol umgewandelt.
Die jungen Weine klären sich langsam und erstmals ist eine exakte Beurteilung der Güte der Weine möglich.
Sie präsentieren sich gehaltvoll und nachhaltig, die Säure ist gut eingebettet und ich erwarte reife, gut strukturierte Rieslinge, die viel Spaß bereiten werden.
Nun kommt der Zeitpunkt, die Weine vom Hefegeläger abzuziehen und in einen anderen Tank umzufüllen. Hierbei wird erstmals schweflige Säure (SO2) dem Wein zugegeben, damit er nicht oxidiert und damit sich keine unerwünschten Keime entwickeln. Die nächsten Wochen reift der Wein "auf der Feinhefe. Das sind die kleinen Hefezellen, die nach Ende der Gärung noch in Schwebe sind und sich erst im Laufe der Zeit absetzen.
Bei der Riesling Auslese und der Beerenauslese aus dem Lorcher Schoßberg habe ich die Gärung unterbrochen, da beide einen gewissen Rest Süße behalten sollen.Dies geschieht mittels schwefliger Säure und Kälte. Hierdurch werden die Bedingungen für die Hefe so ungemütlich, dass die meisten Hefezellen absterben und die Gärung trotz vorhandenem Zucker stoppt.
Damit wir für den Ansturm an Bestellungen vor Weihnachten gerüstet sind, ist Herr Fuchs die ganze Woche damit beschäftigt, Flaschen äußerlich zu waschen und zu etikettieren.
Die ersten Bestellungen trudeln nach dem Versand der neuen Weinpreisliste schon bei uns ein.
Am Freitag bin ich in den Schwarzwald nach Villingen-Schwenningen zu unserem dortigen Weinfachhändler gefahren.
Mit im Gepäck ist eine Palette Wein und Informationsmaterial für seine Kunden.
In der weitläufigen Verkaufshalle präsentiere ich zusammen mit Kollegen aus diversen anderen deutschen Anbaugebieten die Weine des Jahrgangs 2005.
Am Freitag und Samstagnachmittag füllt es sich schnell mit weininteressierten Gästen und wir führen viele interessante Gespräche rund um den Rheingau und seinen Wein. Umrahmt wird die Veranstaltung von einem Käse- und einem Fischstand. Auch Essige, Öle und sogar verschiedene Marmeladen können probiert und gekauft werden. Natürlich geht kaum ein Kunde ohne flüssigem Nachschub nach Hause.
Am Samstag Abend geht es dann zurück in den Rheingau.
Am Sonntag entfleuchen wir dem tristen November. Im Geisenheim Hallenbad schwimmt unser Sohn Moran seine ersten zwei ganzen Bahnen und ist mächtig Stolz darauf mit Recht!