Die polnischen Lesehelfer sind am Sonntag abgereist. So langsam keht Ruhe auf dem Hof ein.
Jeden 2. Tag probiere ich alle gärenden Weine und taxiere das Mostgewicht.
Die Rotweine werden von der Grobhefe abgezogen und auf ca. 20 Grad Celsius angewärmt, damit der biologische Säureabbau beginnen kann.
Bei dieser sogenannten zweiten oder malolaktischen Gärung bauen Milchsäurebakterien die sensorisch aggessivere Äpfelsäure in die weichere Milchsäure um. Erst hierduch wird der Rotwein harmonisch rund und schmeckt so, wie wir ihn kennen.
Am Freitag musste ich von einem Lorcher Weggefährten Abschied nehmen, der leider viel zu früh verstorben ist. Er war Besitzer des Lorcher Campingplatzes, führte dort ein kleines Restaurant, bewirtschaftete eigene Weinberge und war mit viel Leidenschaft für den Freistaat-Flaschenhals aktiv.
Ohne Gilbert Sulek wäre die Sache nie ins Rollen gekommen. Er war der Initiator, Ideengeber und nahm die Dinge in die Hand, hatte beste Kontakte zu den Medien und hinterläßt in unserem Kreis eine Lücke, die wir wohl nie wieder richtig schließen können.
Am Sonntag findet in Kloster Eberbach die Präsentation der Sieger der Landeswein- und Sektprämierung Hessen 2006 statt. Hier werden die mit der Goldenen Preismünze ausgezeichneten Weine zur Verkostung präsentiert. Mit 3 Weinen, die ein sehr positives Echo bei den Gästen hinterlassen, sind wir gut aufgestellt.
Am Abend treffen wir uns mit Freunden in unserer Profiküche im Weingut zum Backen von Rheingauer Zwiebelkuchen und frischen Federweißen. Alles nimmt reißenden Absatz und die Mägen sind schnell gefüllt.