Diese Woche wird bei uns kräftig der Putzlappen geschwungen. Das heißt, alles was durch den süßen Traubensaft klebt, wird wieder in seinen Originalzustand gebracht. Dazu zählen: Lesebüttchen, Bütten, Anhänger, Traktoren, Traubenscheren, Regenmäntel, PKW und so weiter. Es ist wieder ein schönes Gefühl, das Lenkrad und den Schalthebel anzufassen, ohne dass danach die Hände wie Honig kleben.
Die Traubenpresse ist allerdings am Mittwoch nochmals im Einsatz gewesen. Da galt es zuerst die Rotweinmaische aus dem Kapellenberg zu pressen. Die Maischegärung ist nach einer Woche beendet.
Im Zuge dieser Maßnahme keltern wir auch die besten Partien Spätburgunder: den Bodental-Steinberg und den Assmannshäuser Höllenberg Alte Reben, die über zwei Wochen auf der Maische standen. Von der längeren Mazerationszeit verspreche ich mir auf Grund der Hochwertigkeit der Trauben einen positiven Effekt einhergehend mit einer längere Wartezeit, bis die Weine ihre Trinkreife erlangen.
Nach einer gründlichen Reinigung ist dann unsere Presse in ihren Winter-Schlafplatz gefahren worden.
Am Freitag sind 310 Liter fassende neue Holzfässer aus Spessarteiche (einem Waldgebiet zwischen Frankfurt und Würzburg) gekommen, in denen die obigen Weine nun für 12 bis 18 Monate reifen werden.
Unsere polnischen Lesehelfer sind in dieser Woche damit beschäftigt, einen alten Weinberg, den wir erwerben konnten, auszuhauen. Das erfordert unter anderem die Triebe abzuschneiden, die Drähte und Holzpfähle zu entfernen und die Stöcke kurz unterhalb der Erdoberfläche abzuhacken. Nach einem Jahr Brache werden wir die Fläche mit Riesling bepflanzen.
In ein Terroir-Projekt, veranstaltet vom Rheingauer Weinbauverband (Gesellschaft für Rheingauer Weinkultur) zusammen mit der Forschungsanstalt Geisenheim, sind wir beim Terroir Buntschiefer einbezogen. 600 kg Riesling Trauben haben wir für dieses Projekt gelesen und bereitgestellt, die nun von der Forschungsanstalt Geisenheim unter standardisierten Bedingungen vinifiziert werden. In dieser Woche sind auch Bodenprofile gegraben worden, die von der Forschungsanstalt in den nächsten Wochen gründlich analysiert werden.